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Umbau Carrera Porsche 917/30 und Lola T222 CanAm

Geschrieben von slot-xtreme am 17.10.13 um 12:43 Uhr • Artikel lesen

Kategorie: Projekte

Irgendwie gefallen mir die Carrera CanAm Fahrzeuge. Also habe ich einen Porsche 917/30 und eine Lola T222 angeschafft.

Hochgeladene BilddateiVoller Vorfreude die Box aufgeschraubt, das Auto aufgeschraubt, um die Magnete zu entfernen - die Vorfreude war wie weggeblasen. Einzelradaufhängung. Bei beiden Autos.

Die erste Runde ohne Magnet zeigte dann, dass so an entspanntes Fahren nicht zu denken war. Das Fahrverhalten war einfach unterirdisch. Einzelradaufhängung ist bei einem Slotcar sicher eine schlechte Wahl, besonders bei Kunststoffchassis und damit einhergehender schlechter Führung der Achse. Die Lager können sich bewegen, die auf die Achse gepressten Kunststofffelgen haben kein einstellbares Spiel. In der Summe führt das unweigerlich zu schlechten Fahreigenschaften.

Auf den zweiten Blick war die Lösung auch schon ersichtlich. Mit ein wenig Bearbeitung des Leitkieldrehhalters, dem Entfernen der Rückstellfeder, einer durchgehenden Achse und verschraubten Alufelgen sollte das Auto zu mehr Fahrdynamik kommen können. Der Plan: Umbau auf eine durchgehende Vorderachse, wie ich es schon einmal bei einem BMW M3 GT2 von Carrera erfolgreich umgesetzt hatte.

Gesagt getan und erst einmal die erforderlichen Teile durch Messen der vorhandenen Bauteile ermittelt. Dann schnell die passenden Teile bestellt.

 

Teileliste Porsche 917/30

Bezeichnung Artikel Kosten
Lager NSR 4803 (3/32" - 4,83 x 2,82) 5,70 EUR/Paar
Achse NSR 4802 2,38 x 55 mm 2,70 EUR/Stück
Achsdistanz NSR 4816 Messing 2,5 mm 3,00 EUR/10 Stück
Felgen Slot.it PA38-Als Short Hub 6,40 EUR/Paar
Reifen vorne NSR 5226 18x8 No Friction Front 7,40 EUR/4 Stück
Reifen hinten Ortmann 33P 4,10 EUR/Paar

 

Teileliste Lola T222

Bezeichnung Artikel Kosten
Lager NSR 4803 (3/32" - 4,83 x 2,82) 5,70 EUR/Paar
Achse NSR 4802 2,38 x 55 mm 2,70 EUR/Stück
Achsdistanz NSR 4818 Messing 1,5 mm 3,20 EUR/10 Stück
Felgen Slot.it PA24-Als Short Hub 6,40 EUR/Paar
Reifen vorne NSR 5201 17x8 No Friction Front 7,40 EUR/4 Stück
Reifen hinten Ortmann 33T 4,10 EUR/Paar

 

Grundsätzlich also kein preiswerter Ansatz, aber ich wollte das unbedingt. Die Felgeneinsätze sollten aus den Original-Felgen entstehen. Diese müssen dazu zerstört werden. Also vorher gut überlegen, ob man das wirklich will.

Warum überwiegend Teile von NSR? In erster Linie mal, weil davon schon einige Teile zu Hause verfügbar waren.

Die Lager sind besonders schmal in der Breite und passen perfekt und ohne Nachbearbeitung in die Aufnahmen am Kunststoffchassis. Die passende Achse war klar. Anfangs waren auch NSR Felgen im Teilesatz. Allerdings zeigte sich, dass die auch ohne Achsdistanz über die Karossie herausstehen und dazu die dickere Madenschraube an der Lageraufnahme schleift. Daher fiel die Wahl auf die Slot.it Felgen mit kurzer Nabe. Die passen perfekt. Distanzen und Reifen von NSR waren noch da. Für mich daher nicht extra zu bestellen.

Für den Umbau benötigt man einen Seitenschneider, einen Kreuzschlitz- und einen 0,9 mm Innensechskant-Schraubendreher. Letzter dient später der Befestigung der Alu-Felgen. Legen wir einfach los.
 
Hochgeladene BilddateiGanz zu Anfang zeichnen wir den Verlauf der durchgehenden Achse auf dem Drehtellerhalter an. Zur Orientierung dient ein Schraubendreher, den wir so in das Chassis halten, wie später die Achse verläuft. Dann zeichnen wird vorne entlang des Schraubendrehers den Verlauf auf dem Drehteller nach.

Hochgeladene BilddateiJetzt die Originalräder aus der Halterung entfernen. Anschließend das Leitkiel-schwert aus der Halterung ziehen. Erst dadurch lässt sich der oben aufgeschraubte Halter später entfernen. Jetzt die Schrauben der Drehtellerbefestigung lösen und den Halter abnehmen. Das sieht dann wie auf dem Bild aus.

Den gesamten Drehteller nach oben herausnehmen. Die Feder entfernen. Die lässt sich ohne Werkzeug über den Drehteller abnehmen, weil sie im entspannten Zustand einen größeren Durchmesser hat. Dazu die Haltebügel an der Zentriernase nach oben ziehen und so die Feder entspannen. Jetzt kann man sie über den Drehteller streifen und ist sie los. Hochgeladene Bilddatei

Den offenen Bogen am Drehtellerhalter jetzt mit dem Seitenschneider an den angezeichneten Stellen (siehe Bild) bearbeiten. Es geht aber auch "Pi mal Daumen", da der hintere Bogen eigentlich keine Funktion hat, wenn man es einmal durchgeführt hat.

Hochgeladene BilddateiDer Drehteller hat am hinteren Ende (RicHochgeladene Bilddateihtung Fahrzeugmitte) eine Anschlagnase. Diese verläuft bei der Drehbewegung durch den Raum, den die durchgehende Achse benötigt. Er muss entfernt werden. Weil damit die Aufnahme für die Rückstellfeder fehlt, kann deren Funktion durch den Umbau nicht mehr genutzt werden.

Hochgeladene BilddateiDie gesamte Leitkieleinheit mit Drehteller in umgekehrter Reihenfolge wieder einbauen. Nun die beiden Lager aus der Verpackung nehmen und mit der größeren kegelförmigen Öffnung nach innen montieren. Durch diese Lage ist die Achse an den beiden äußersten Punkten gelagert, was die beste Stabilität ergibt.

Die Achse einschieben und prüfen, ob diese leichtgängig in den Lagern läuft. Falls nicht, die Lager ein wenig ausrichten. Bei Bedarf die Lager mit einem Tropfen Sekundenkleber in den Aufnahmen fixieren.

Hochgeladene BilddateiJe eine Achsdistanz außen auf die Achse stecken. Die Madenschrauben in die Felgen drehen und die Felgen auf die Achse montieren. Die Achse sollte mit ein wenig Spiel frei drehen. Ein Tropfen Öl auf jeder Seite rundet den Service ab.
 
Die Vorderreifen aus der Verpackung nehmen und eventuell vorhandene Gummireste im Innern des Reifens mit der Hand oder einer Nagelschere vorsichtig entfernen. Anschließend die Reifen auf die Felge ziehen. Abschließend die Hinterreifen von den Felgen ziehen und die Ortmannreifen montieren.

Jetzt die Kabel wieder gut verlegen und die Karosserie auf das Chassis schrauben.

Die lange Liste soll nicht abschrecken. Der Umbau ist in max. 15 min. erledigt und bei Porsche und Lola exakt gleich.

Da ich alle Fahrzeuge magnetfrei bewege, ist die Umbauaktion eine gute Gelegenheit, gleich die Magnete aus Mittel- und Heckschacht des Autos heraus zu nehmen.

Zurück auf der Bahn sind die Autos nicht wieder zu erkennen. Sie ziehen wesentlich geräuschärmer und satt auf der Strecke liegend ihre Kreise. Auch die Rundenzeiten sind deutlich schneller, wobei die Zeitoptimierung in diesem Fall für mich nur ein Abfallprodukt ist.

Viel Spaß beim Nachbau.

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